Die Strassen- und Werkleitungssanierung der Sonnebergstrasse wird aufgrund der geplanten Bauten vorgezogen. Kurt Peter
07.05.2026 05:00
Die Steuerquelle sprudelt
Die Tägerwiler Rechnung 2025 schliesst mit Gewinn – Investitionen sind deutlich unter dem Budget
Tägerwilen schliesst sich den Gemeinden mit erfolgreicher Rechnung an. Der Gewinn beläuft sich auf 1,1 Millionen Franken, neben den deutlich besseren Steuereinnahmen tragen höhere Beiträge und tiefere Ausgaben zum Resultat bei. Weit unter Budget bleiben die Investitionen.
Tägerwilen Am 26. Mai wird an der Gemeindeversammlung über die Rechnung 2025 der Politischen Gemeinde und der Werke abgestimmt. Eine erfreuliche Rechnung darf Gemeinderätin Rebecca Fässler präsentieren. Statt des budgetierten Verlustes von 710'000 Franken weist die Rechnung einen Gewinn von 1,1 Millionen Franken aus. Diese starke Abweichung gegenüber dem Budget von 847'000 Franken ergibt sich zum grössten Teil bei den allgemeinen Gemeindesteuern. «Dort zeichnet sich der Aufholeffekt im Veranlagungsverfahren und bei der Abrechnung der Quellensteuern durch die kantonale Steuerverwaltung ab», schreibt die Gemeinderätin im Finanzbericht. Insgesamt fiel der Steuerertrag um 7,3 Prozent besser aus als im Vorjahr. Die Grundstückgewinnsteuern lagen knapp unter, die Liegenschaftensteuern leicht über dem Budget.
EW-Handel mit grossem Minus
Auf grössere Abweichungen verweist Gemeindepräsident Markus Ellenbroek. Für die ambulante Krankenpflege/Spitex wurden 419'000 Franken weniger als budgetiert ausgegeben. «Das ist auf die Abrechnungen nach effektiven Fällen zurückzuführen», erläutert er. Höhere Staatsbeiträge im Bereich Schutzstatus S führten zu einer Verbesserung von 178'000 Franken im Asylwesen. Durch geringere Abschreibungen und einem höheren Gemeindeanteil an den Motorfahrzeugsteuern fiel der Bereich Gemeindestrassen/Werkhof um 279'000 Franken besser als budgetiert aus.
Bei den Werken ergibt sich ein uneinheitliches Bild. Das Wasserwerk verzeichnet einen kleinen Verlust von knapp 20'000 Franken, das Stromnetz des Elektrizitätswerks schliesst mit Gewinn von 225'626 Franken, der Handel hingegen mit einem Verlust von 420'000 Franken. «Dieses Resultat wird sicher zu reden geben», ist sich Markus Ellenbroek bewusst. Der Wärmeverbund hingegen zeigt sich erfolgreich, die Rechnung schliesst mit Gewinn von 52'000 Franken. Investiert wurde von Gemeinde und Werken nur 3,8 Millionen statt der budgetierten 6,689 Millionen Franken. «Grössere Abweichungen sind unter anderem der Verzicht auf die Rundsteuerfrequenzsperre des Elektrizitätswerks, da zeichnet sich eine andere Lösung ab», erklärt der Gemeindepräsident. Das Budget hatte dafür 200'000 Franken vorgesehen. Verschoben wurde auch der Beitrag an die Sanierung der Schiessanlage Bäärenmoos. Vom Beitrag in Höhe von 300'000 Franken wurden nur 30'000 Franken gebraucht, «der Rest kommt in die Rechnung 2026». Ebenfalls verschoben wurde die Realisierung der Bushaltestelle Glaserstrasse. Die dafür eingesetzten 200'00 Franken werden ebenfalls die Rechnung 2026 belasten.
Sanierung Sonnenbergstrasse
An der kommenden Gemeindeversammlung legt der Gemeinderat den Tägerwiler Stimmberechtigten auch ein Kreditbegehren von 630'000 Franken für die Strassen- und Werkleitungssanierung Sonnenbergstrasse vor. «Die Arbeiten waren in der Unterhaltsplanung 2019 bis 2031 vorgesehen und fanden keine Aufnahme im Investitionsbudget 2026», erklärt Markus Ellenbroek. Aufgrund eines Bauvorhabens werden die Sanierungsmassnahmen nun vorgezogen. «Im Oktober 2025 wurde die Baubewilligung für den Neubau von drei Einfamilienhäusern an der Sonnenbergstrasse erteilt», so der Gemeindepräsident. Allerdings reiche gemäss Vorgabe des Elektrizitätswerks die vorhandene Erschliessung für den Strombedarf nicht aus. Vor Baubeginn muss eine neue EW-Erschliessung mit Verteilkabine erstellt, im gleichen Arbeitsschritt die alte Wasserleitung und die Abwasserleitung ersetzt werden.
Von Kurt Peter