Der 1-Franken-Bus soll auch in den kommenden beiden Jahren subventioniert werden. Bild: zVg
30.04.2026 08:20
«Stützli-Bus» soll bleiben
Der 1-Franken-Bus soll auch für die kommenden beiden Jahre subventioniert werden
Seit nun etwas mehr als zwei Jahre ist es in Kreuzlingen, genauer gesagt in der Zone 256, möglich, für einen Franken den öffentlichen Verkehr zu nutzen. Die Zahlen belegen: die Bevölkerung nutzt das Angebot ausgiebig.
Kreuzlingen «Am 6. Juli 2023 stimmte der Kreuzlinger Gemeinderat dem Kreditbegehren für eine weitere Subvention der Fahrkartenpreise zur Förderung des öffentlichen Verkehrs (Zone 256) für die nächsten drei Jahre (2024-2026) zu.» So schreibt es der Stadtrat in seiner Botschaft an den Gemeinderat. Am kommenden Donnerstag, 7. Mai, stimmt der Gemeinderat über die weitere Subvention für die Jahre 2027 und 2028 mit einer zusätzlichen jährlichen Kostenfolge von voraussichtlich 920'000 Franken ab. «Wir im Stadtrat sind der Meinung, dass der 1-Franken-Bus ein voller Erfolg ist», erklärte Stadtpräsident Thomas Niederberger an einer Medienkonferenz.
Spezialfinanzierung für Stadtbus
Ursprünglich sei im Gemeinderat sogar die Idee im Raum gestanden, den Stadtbus komplett gratis zu machen. Aus administrativen Gründen und einem Austritt aus dem Tarifverbund OSTWIND sei man dann zum 1-Franken-Bus gekommen. «Es war damals schon bewusst, dass es eine teure Geschichte wird und haben mit Mehrkosten von 400'000 Franken gerechnet», betonte Stadtrat Ernst Zülle.
Die Finanzierung des 1-Franken-Busses erfolge auch weiterhin über eine Entnahme aus der Spezialfinanzierung Parkieren auf öffentlichem Grund und Bussgelder. Trotz einer jährlichen Entnahme von 1,5 bis 2 Millionen Franken weise diese immer noch einen Gesamtbetrag von rund 20 Millionen Franken per Ende 2025 auf.
Attraktives Umsteigen
Der günstige Stadtbus sei ein Ansporn, auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen. «Vor allem für Pendler und zum Einkaufen ist das Angebot äusserst attraktiv», so Zülle. Zudem setze man seit November auf die Elektro-Flotte. Auch Senioren seien auf günstige Transportmöglichkeiten angewiesen, wie auch die Jugendlichen. «Man merkt es, gerade in der heutigen Zeit, dass viele Jugendlichen und junge Erwachsene keinen Führerschein oder Auto haben, einfach weil es zu teuer geworden ist. Auch ihnen kommt das Angebot vom 1-Franken-Bus entgegen.»
Zahlen gut aufbereiten
Nach jetzt dann etwas mehr als zwei Jahren könne man mit Blick auf die Zahlen nachweisen, wie sehr der 1-Franken-Bus bei der Bevölkerung ankommt. So seien die Billetverkäufe genau nachweisbar. Auch die Buslinie nach Tägerwilen werde äusserst gut angenommen. «Hier beteiligt sich auch die Gemeinde Tägerwilen mir 300'000 Franken im Jahr.» Die Verlängerung um zwei Jahre solle des weiteren dazu dienen, bessere Zahlen für eine mögliche Volksabstimmung und damit einhergehend eine unbefristete Einführung des 1-Franken-Busses zu liefern. «Das wird unsere Aufgabe für das kommende Jahr sein, um im besten Fall die Botschaft zur Volksabstimmung für 2028 vorzubereiten», erklärte Ernst Zülle.
Über 100'000 Tickets mehr verkauft
Nach der Einführung des 1-Franken-Busses habe sich die Anzahl der verkauften Billets verdoppelt. «Wurden im Jahr 2023 von rund 163'000 Billets verkauft, waren es im Jahr 2024 schon rund 325'000 für die Zone 256. Im Jahr 2025 ist der Absatz auf rund 443'000 Billets gestiegen», präsentierte Sandro Nöthiger, Leiter Tiefbau, die Zahlen. Ein grosser Anstieg sei beim Kauf über Automatisches Ticketing zu verzeichnen, dies mache im Jahr 2025 einen Anteil von 15,14 Prozent aus, im Gegensatz zu 5,73 Prozent im Jahr 2023.
Während die Ticketzahlen genau belegt werden können, so berufen sich die Fahrgastzahlen auf Hochrechnungen, diese seien jedoch sehr genau. «Im ersten Jahr haben wir einen Fahrgastanstieg von etwas mehr als 100'000 Personen (1,18 zu 1,29 Millionen Fahrgäste) zu verzeichnen. Vom Jahr 2024 zu 2025 ist die Abweichung nur sehr gering. Doch nicht nur der Stadtbus profitiert, sondern auch das Postauto. Auch hier sind die Fahrgastzahlen in den vergangenen Jahren gestiegen», so Nöthiger. Einzig von der SBB habe man keine Auskunft über den Anteil der Nutzer des 1-Franken-Billets.
Durch diese positive Entwicklung empfiehlt der Stadtrat daher eine Verlängerung der Subvention für den 1-Franken-Bus (Zone 256) um weitere zwei Jahre.
Von Nico Wrzeszcz