An der Kreuzung Hauptstrasse/Bahnhofstrasse ist der neue Zentrumsplatz geplant. Kurt Peter
22.01.2026 05:00
Zentrum bietet grosse Chancen
Informationsveranstaltung zur Zentrumsgestaltung Tägerwilen - Nächste Schritte: Gestaltungsrichtplan und Baulinien
Am Samstag orientierte der Tägerwiler Gemeinderat über die künftige Zentrumsgestaltung. Das Ziel ist eine Aufwertung der südlichen Bahnhofstrasse mit architektonisch qualitativ anspruchsvollen Bauten, einer Begegnungszone und der Umgestaltung des Tanzplatzes.
Tägerwilen «Der südliche Bereich der Bahnhofstrasse ist Teil des Dorfzentrums, zeichnet sich aber kaum durch besondere Qualitäten aus. Der Abschnitt ist in erster Linie autoorientiert, besitzt wenig Aufenthaltsqualität und ist, obwohl wichtiger Teil des Schulwegs, nicht fussgängerfreundlich», hält der Schlussbericht des Masterplanes zu Beginn fest. Die Gestaltung des Bereichs zwischen Hauptstrasse und Poststrasse hängt auch mit zwei grossen Bauprojekten zusammen. «Die Verlängerung der Planungszone dient dazu, die Inhalte des Masterplans im nächsten Schritt zu sichern bzw. den Verbindlichkeitsgrad der Planung zu erhöhen - und damit indirekt auch die Qualitäten der Bauten zu sichern», erklärt Gemeindepräsident Markus Ellenbroek.
Begegnungszone mit Tempo 20
Zur Zentrumsbildung beitragen sollen möglichst viele publikumsorientierte Nutzungen im Erdgeschoss. Die Bauprojekte müssten, so heisst es im Bericht, der Bahnhofstrasse und der Hauptstrasse Schaufenster zuwenden, die nicht verklebt werden sollten. Die Geschosse müssten eine angemessene Mindesthöhe aufweisen. Generell seien die Fassaden im Zentrum die Visitenkarte einer Gemeinde und müssen deshalb besonders gut gestaltet werden. Zugleich solle der Coop aus seiner eher versteckten Lage an den öffentlichen Raum herangeführt werden. «Damit ist dem Coop gedient, weil er für Laufkundschaft besser auffindbar ist, und das öffentliche Leben in Tägerwilen wird gefördert, weil so der Coop mit dem Gemeindehaus, der Bäckerei und künftigen publikumsorientierten Nutzungen in den Neubauten zusammenwirken kann», hält der Bericht fest. «Diese Massnahme ist allerdings sehr langfristig gedacht, aktuell liegen diese Absichten nicht auf dem Tisch», so Markus Ellenbroek.
Eine Begegnungszone mit dem Tempo 20 sieht der Masterplan im Bereich der Kreuzung Hauptstrasse-Bahnhofstrasse bis Höhe Gemeindehaus vor. Dieser Zentrumsplatz bilde das Herzstück des Entwicklungsgebietes. Fussgänger sollen auf dem gesamten Platzbereich Vortritt geniessen, der motorisierte Verkehr auf das notwendige Minimum beschränkt werden. Die Wohnnutzung am Zentrumsplatz konzentriere sich auf die oberen Geschosse und profitiere von der lärmgeschützten Lage begrünter Höfe auf der Rückseite. Durchgangsverkehr werde geduldet, aber nicht priorisiert. Die Parkierung auf dem Zentrumsplatz ist laut Masterplan auf ein Minimum reduziert. Im Abschnitt nördlich des Zentrumsplatzes bis Gemeindehaus wird die Bahnhofstrasse als Tempo-30-Zone ausgestaltet.
Tanzplatz als Freiraum
Der Tanzplatz und die angrenzenden Freiflächen würden zu einem qualitätsvollen, grünen Freiraum mit parkähnlichem Charakter entwickelt, so dass er zu einem identitätsstiftenden Ort werden könne. Eine vielfältige Freiraumnutzung soll möglich sein. Angrenzend an die Bahnhofstrasse sei eine Parkierungsfläche vorgesehen, die den Charakter des Freiraums nicht beeinträchtigen dürfe. «Der Tanzplatz mit Park wird als durchlässiger und vernetzter Freiraum verstanden, der auch Spielangebote für den Kindergarten und die Spielwiese der Schule umfasst. Die Bäume gliedern den Park, der für Aufenthalt, Bewegung oder Veranstaltungen genutzt werden kann», heisst es im Bericht. Langfristig bestehe die Option, unter dem Tanzplatz eine Tiefgarage zu bauen. Die Zufahrt soll im östlichen Bereich des Parks an der Bahnhofstrasse geplant werden. Die Parkierung auf dem Tanzplatz diene in erster Linie der Schule, der Gemeindeverwaltung und den Besuchern. Sie soll die Erreichbarkeit im Zentrum sicherstellen, ohne dabei die Gestaltung und Wahrnehmung des Ortes zu dominieren.
Grundsätzlich sei denkbar, dass der Zentrumsplatz im Übergang zum «Tanzplatz» mit Neubauten ergänzt werde, die den Platz zusätzlich beleben können. Das müsse nicht unbedingt ein eigentliches Haus sein – diskutiert wurde zum Beispiel eine offene «Markthalle» oder einfach ein gedeckter Pavillon, der als Aufenthaltsort, für Flohmärkte oder Musikveranstaltungen genutzt werden könnte. Die nächsten Schritte seien die Erarbeitung eines Gestaltungsrichtplanes und die Festlegung der Baulinien, so Markus Ellenbroek. «Bis auf die beiden geplanten Überbauungen befinden wir uns bei der der Zentrumsgestaltung aber noch in grosser Flughöhe», hält der Gemeindepräsident fest.
Von Kurt Peter