Andy Schreiber ist Projektleiter für den Mädchenfussball beim FC Münsterlingen. Bild: zVg
24.04.2026 11:06
Der FC Münsterlingen geht im Mädchenfussball neue Wege
Frauenfussball hat beim FC Münsterlingen eine lange Tradition. Nun starten die FCM-Frauen ein Mädchenfussballprojekt, in dem neue Wege in der Ausbildung und Förderung von Mädchen beschritten werden. Mit Andy Schreiber konnte der FCM einen überaus erfahrenen Projektleiter gewinnen.
Fussball Die Europameisterschaft im eigenen Land brachte den Frauenfussball im letzten Jahr zurück auf die grosse mediale Bühne. Plötzlich waren nicht nur die Namen männlicher Nationalspieler in aller Munde, nein, auch Lia Wälti, Alisha Lehmann oder Sydney Schertenleib sind vor allem Mädchen ein Begriff. So verdoppelte sich die Anzahl der kickenden Mädchen beim FC Münsterlingen innert weniger Wochen. Aktuell sind knapp 60 Mädchen beim FCM aktiv.
Nun präsentiert der FCM ein neues Konzept für die Ausbildung und Förderung seiner Mädchen. Initiant und federführender Projektleiter ist mit Andy Schreiber ein Mann mit FCM-Vergangenheit, doch seine Karriere führte ihn bis zum nationalen Cupsieg mit dem FC Schwerzenbach. Dazu war er unter anderem als Stützpunkttrainer der Frauen-Nationalmannschaften tätig. Schreiber ist ein Pionier des Schweizer Frauenfussballs und bringt seine langjährige Erfahrung nun bei den Mädchen des FCM ein. Er sagt zu seiner neuen Aufgabe: «Der FCM hat eine lange Tradition im Mädchen- und Frauenfussball und durch seine guten Strukturen ist er prädestiniert für ein solches Projekt. Wir wollen neue Wege gehen, dabei aber auch auf Bewährtes setzen».
Wie soll die Ausbildung im FCM konkret aussehen? «Zunächst möchten wir den Mädchenfussball in eigene Strukturen bringen. Mädchen mit Mädchen ist hier das Credo.». Denn bislang spielen gerade bei den Jüngsten alle Kinder gemeinsam in Trainingsgruppen, dies wird sich ändern. Die Mädchen mit Jahrgang 2015 und jünger werden bald auch in eigenen Mannschaften organisiert sein. Dies sei ein erster Schritt dazu, dass sich die FCM-Frauenabteilung selber tragen kann, so Schreiber. Zudem unterscheide sich die Trainingsgestaltung und die Schwerpunktsetzung stark von den Knaben, so der Experte: «Diesem Umstand tragen wir Rechnung. Spiel und Spass stehen im Vordergrund, aber immer entlang unserer Ausbildungsphilosophie». Zum Konzept gehören auch Fördertrainings, Weiterbildungen für Trainer oder gemeinsame Anlässe. Und weil Fussballer auch von anderen Sportarten profitieren sollen, schwebt Andy Schreiber gar ein Abstecher in andere Sportarten vor. «Warum nicht einmal eine Tanzstunde nehmen oder eine Lektion lang Unihockey trainieren? Dies erweitert das Bewegungsbewusstsein».
Und wie stellt sich der FC Münsterlingen die Förderung talentierter Mädchen vor, die grosse Träume verfolgen? «Früher führte der Weg einer talentierten Spielerin direkt vom Stammverein zu den Grossclubs. Heute sind diese Wege länger. Wir möchten einen ersten Teil der Talentförderung selbst übernehmen und es dann den Mädchen überlassen, welchen Weg sie einschlagen», schaut Schreiber voraus. Dazu müsse der FCM die entsprechenden Angebote schaffen, so der Projektleiter, der aber auch realistisch bleibt: «Wir werden nicht alles ab dem ersten Tag anbieten können. Aber die Vision steht und wir haben ein tolles Projektteam, das bereits intensiv an der Umsetzung arbeitet». Zu diesem Projektteam gehören nebst Andy Schreiber zwei Spielerinnen der 1. Mannschaft, die beiden Abteilungsleiterinnen und zwei erfahrene Trainer. Gemeinsam und mit der Unterstützung aller im FC Münsterlingen wollen sie den Mädchen- und Frauenfussball in die Zukunft begleiten.
Wer sich selbst ein Bild vom neuen Weg machen möchte: Der FCM lädt am 30. Mai alle interessierten Mädchen der Jahrgänge 2008 bis 2019 zu einem Schnupperhalbtag ein. Dieser findet am 30. Mai von 9 bis 13 Uhr statt. Bei dieser Gelegenheit wird der FCM auch den interessierten Eltern den neuen Weg erläutern und die verantwortlichen Personen vorstellen.
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