Museumsleiter David Bruder und Dr. Barbara Stark, Präsidentin vom Verein Ernst Kreidolf, in der neuen Ausstellung im Museum Rosenegg. Bild: Nico Wrzeszcz
04.12.2025 09:34
Im Kreislauf des Lebens
Neue Ausstellung im Rosenegg Museum - Werke von Ernst Kreidolf und Podiumsgespräche
Ab Samstag, 6. Dezember, zeigt das Museum Rosenegg eine neue Ausstellung. Nach etwa dreieinhalb Jahren finden so wieder Stücke vom Tägerwiler Ernst Kreidolf den Weg nach Kreuzlingen.
Kreuzlingen Die am Samstag beginnenden Ausstellung hat ein besonderes Thema. «Die Ausstellung 'Fahrt ins Licht. Ernst Kreidolf und der Kreislauf des Lebens' beleuchtet den Tod. Auch heute wird das Thema noch häufig tabuisiert. Das Rosenegg versteht sich als Stadtmuseum und Stadtlabor und möchte damit das Thema offen ansprechen», erklärt Museumsleiter David Bruder. Zur Ausstellung habe man, analog wie bei den «Stadtträumen», sechs Fragen formuliert, die die Besuchenden mit Ja oder Nein beantworten können. «Wir wollen damit ein Stimmungsbild generieren, wie die Besucherinnen und Besucher mit dem Thema umgehen.»
Neben einem Original, dem «Zaubergarten» sind in der Ausstellung Reproduktionen zu sehen. «Die Sammlung von Ernst Kreidolf gehört dem Kunstmuseum Bern, es ist sehr schwer, die Werke auszuleihen. Mit den Reproduktionen sind wir regelmässig an verschiedenen Ausstellungen», sagt Dr. Barbara Stark, Präsidentin des Vereins Ernst Kreidolf. Ernst Kreidolf sei sehr vielschichtig gewesen, es gäbe viele Themen, die noch gar nicht bearbeitet seien. «Ernst Kreidolf war nicht klassisch religiös, erst in seinen älteren Jahren hat die Religiosität zugenommen. Er hat das Leben als Kreislauf begriffen, das Werden und Vergehen.»
Die letzte Kreidolf-Ausstellung sei äusserst gut besucht gewesen, einen ähnlichen Zulauf erhoffe man sich auch dieses Mal. «Wir haben 33 Exponate in der Ausstellung, dazu präsentieren wir Fragmente in Vitrinen sowohl im Erd-, als auch im Obergeschoss», sagt David Bruder. So werden im Erdgeschoss Auszüge aus Kreidolfs Bilderbüchern gezeigt, Bilder, die auch Kinder abholen können. Im oberen Stockwerk sind die Ölgemälde und Zeichnungen ausgestellt. «Viele Bilder zum Thema haben einen zeitgeschichtlichen Hintergrund und hängen mit dem Ersten Weltkrieg zusammen», erklärte Barbara Stark. Zu diesem Zeitpunkt habe Ernst Kreidolf in München gelebt, kam aber 1917 wieder zurück in die Schweiz. «Ernst Kreidolf hatte nicht damit gerechnet, alt zu werden, wurde am Ende aber doch 93 Jahre alt. Dennoch war er schon früh mit dem Tod konfrontiert worden. Damals war er noch viel alltäglicher als heute.» In einigen Bilder komme der Tod in Form von Insekten vor, wie etwa der Totenkopffalter, in den Ölgemälden sei er schon deutlicher und personifizierter als Skelett dargestellt.
Die Ausstellung beginnt mit der Vernissage am Freitag, 5. Dezember, um 19 Uhr mit einem Vortrag von Barbara Stark und Kuratorin Sibylle Walther. Die Ausstellung dauert bis zum 29. März und endet mit einem Wandelkonzert von Martin Stadler an der Finissage.
Von Nico Wrzeszcz
Podiumsveranstaltungen
14. Januar, 19 Uhr: Mit Kindern über den Tod sprechen - Marion Sontheim (Bildungszentrum Frühe Kindheit)
3. Februar, 19 Uhr: Wie wir weiterleben. Vorstellung vom Danach - Marina Bruggmann (Hospizdienst TG), Damian Brot (Pfarrer) und Rehan Neziri (Imam)
4. März, 19 Uhr: Wohin mit uns? Bestattungskultur im Wandel - Christine Graeser (Bestattungsamt Kreuzlingen)