Palliative Care ist mehr als Sterbebegleitung
Die Palliative Care ist eine besondere Stufe der Pflege, betrifft sie doch Personen, deren Krankheit nicht heilbar ist und früher oder später zum Tod führt.
Laden zum Palliative Care Forum ein: Doris Eberhardt (GAZK), Medine Sar (Senevita Casa) und Raimund Disch (Pro Senectute Thurgau). Nico Wrzeszcz
Die Palliative Care ist eine besondere Stufe der Pflege, betrifft sie doch Personen, deren Krankheit nicht heilbar ist und früher oder später zum Tod führt.
Kreuzlingen Im März 2020 wurde das Forum Palliative Care Alter Region Kreuzlingen gegründet. «Unser Ziel ist es, mit verschiedensten Forumsveranstaltungen in grösseren und kleineren Runden Netzwerke aufzubauen und zu pflegen», erklärt Mitgründer Raimund Disch von Pro Senectute Thurgau. Die Vernetzung untereinander sei ein sehr wichtiger Aspekt des Forums, an dem Fachpersonen aus den Bereichen Stationäre Pflege, Ambulante Pflege, Sozialarbeit, Ärztinnen und Ärzte, Vertreter aus Gemeinden, Seelsorgende sowie Freiwillige teilnehmen.
«Alle Teilnehmende wurden persönlich von uns eingeladen. Wir freuen uns aber auch jetzt noch über Anmeldung von Fachpersonen an andrea.raab@pstg.ch», so Disch. Die Veranstaltung beginnt am 20. Mai um 17 Uhr im Trösch mit einem Vortrag von Kathleen Guptara von der Lungenliga Thurgau zum Thema COPD und Palliative Care. Im Anschluss an den Vortrag soll ein Austausch in verschiedenen Gruppen, als eine Art Workshop stattfinden. In drei Gruppen werden die Fragen behandelt: «Wie können wir das Thema Palliative Care in einem frühen Stadium einführen, ohne Angst zu machen?», «Was sind die emotionalen Belastungen der Angehörigen und wie können wir sie unterstützen, um diese zu lindern?», und «Wie können wir das Thema Lebensqualität neu definieren, wenn der Körper nicht mehr mitmacht?».
«Palliative Care wird oft mit Sterbenden in Verbindung gebracht, was an sich nicht falsch ist. Aber Palliative Care fängt bereits viel früher an», sagt Medine Sar von Senevita Casa. Das oberste Ziel sei der Erhalt von Lebensqualität. Das Leben solle trotz Krankheit so angenehm wie möglich gestaltet werden. Gerade mit Blick auf COPD fällt die Einschränkung von Erkrankten immer grösser aus. «Viele COPD-Erkrankte können irgendwann ihre eigenen vier Wände nicht mehr verlassen, selbst mit Sauerstoff. Hier hilft Palliative Care den Erkrankten und auch den Angehörigen Wege aufzuzeigen und sie an die richtigen Ansprechpersonen zu vermitteln.» Hier komme das grosse Netzwerk ins Spiel. In einigen Fällen komme es zu Schnittstellen verschiedenen Institutionen und die Angehörigen können schnell überfragt sein, an wen man sich wann wenden muss. «Durch unser Netzwerk regeln sich solche Fragen meist von selbst.»
«Mit Palliativ Care arbeiten viel im Hintergrund und sind vielleicht weniger präsent als andere Organisationen», erklärt Raimund Disch. «Doch wir setzen unseren Fokus klar auf Fachpersonen und wie diese Betroffenen am besten helfen können.»
Von Nico Wrzeszcz
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