Alexandra Beck und Claudio Votta stehen hinter dem Konzept der Stadt. Bild: Desirée Müller
25.10.2023 11:29
Chance verpasst
Ja-Komitee fordert Stadt zum Handeln auf und bedauert, dass es das Volk nicht überzeugen konnte
Am Weinfelder Bahnhof und der Verkehrsführung wird vorerst nichts geändert. Eine moderne ÖV-Struktur hat in Weinfelden (noch) kleinen Platz, ist das Pro-Komitee überzeugt. Trotz Enttäuschung nehmen sie das klare Nein sportlich.
Weinfelden Das klare «Nein» der Weinfelder Stimmbevölkerung hat das Pro Komitee natürlich enttäuscht. «Aber für uns vom Pro Komitee Bahnhof Weinfelden ist es klar, dass wir diesen demokratischen Entscheid akzeptieren», sagt Claudio Votta. Die hohe Stimmbeteiligung zeige, wie zentral das Thema sei und dennoch sei das Weinfelder Stimmvolk noch nicht bereit für ein solch zukunftsträchtiges Projekt. «Weinfelden scheint noch immer zur ländlichen Gegend zu gehören, in welcher eine moderne ÖV-Struktur noch keinen Platz hat».
«Der Stadt, wie auch uns vom Pro Komitee ist es schliesslich nicht gelungen die Weinfelderinnen und Weinfelder von den Vorteilen des Projektes zu überzeugen», sehen die Initianten Claudio Votta und Alexandra Beck ein. «Der Stadtrat ist nun aufgefordert eine neue, mehrheitsfähige Vorlage zu entwickeln», so Votta. Die Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes bei den Buskanten müsse dennoch veranlasst werden. Übergeordnet solle die Stadtentwicklung mit einer Priorisierung der einzelnen Projekte erfolgen und die Infrastruktur sinnvoll angepasst werden. Dazu brauche es dringend abschliessbare Veloparkplätze auf der Nordseite des Bahnhofs, um die vielen Velodiebstähle zu verhindern. Ein bestehender Velounterstand könnte mit einer abschliessbaren Gittertür versehen werden (wie bei einem Unterstand auf der Südseite). «Zudem ist die Sicherheit von ÖV-Reisenden am Bahnhof zu allen Zeiten auch in der Nacht zu verbessern», fordert Claudio Votta.
«Eingangstor» abgeschnitten
Ein zukunftsgerichtetes Projekt wurde verpasst, ist sich das Komitee einig. «Weinfeldens Bevölkerung wächst und wächst. Die Infrastruktur bleibt gleich. Das Eingangstor, der Bahnhof ist weiterhin vom Stadtzentrum abgeschnitten», wird bedauert. «Bahnreisende sollen möglichst schnell umsteigen und Weinfelden wieder verlassen, anstatt ins schöne Stadtzentrum mit den vielen Läden gelockt zu werden.» ⋌mul