(v.l.) Dennis Laubbacher, CEO Stadler Bussnang; Lucius Gerig, Leiter Division Stadler Schweiz; Simon Wolfer, Stadtpräsident Weinfelden; Yanick Volpez, Mitglied Geschäftsleitung Müller + Partner Architektur AG. zVg
03.11.2026 12:00
Stadler investiert 40 Millionen Franken
Weinfelden erhält ein neues Stadler-Werk. Mit einer Investition von rund 40 Millionen Franken baut der Zughersteller seine Kapazitäten aus und schafft 80 neue Arbeitsplätze. Ab 2028 sollen hier neue Schienenfahrzeuge getestet und für ihren Einsatz vorbereitet werden.
Weinfelden Mit dem Spatenstich hat Stadler am Dienstag den Startschuss für ein neues Inbetriebsetzungszentrum in Weinfelden gegeben. Das Unternehmen reagiert damit auf die steigende Nachfrage und wachsende Produktivität seiner Schweizer Standorte. Das Zentrum in Erlen stösst zunehmend an seine Kapazitätsgrenzen. Ein weiterer Ausbau am bisherigen Standort ist laut Stadler beschränkt möglich. Deshalb schafft der Zughersteller zusätzliche Flächen für die Prüfung und Inbetriebnahme neuer Schienenfahrzeuge.
Halle ist 210 Meter lang
Herzstück des Neubaus wird eine rund 210 Meter lange, 35 Meter breite und 16 Meter hohe Halle. Darin sind vier Gleise sowie ein Aussengleis vorgesehen. Ergänzt wird die Anlage durch Büro- und Besprechungsräume, Aufenthaltsbereiche sowie Werk- und Lagerflächen. Auch für die Fertigstellung der Fahrzeuge und das Lackierteam sind entsprechende Arbeitsbereiche eingeplant.
Eine wichtige Rolle spielen die zusätzlichen Testgleise. Nördlich der Halle entsteht eine elektrifizierte Gleisanlage mit einer Gesamtlänge von 750 Metern. Dort werden die neu gebauten Züge erstmals auf der Schiene bewegt und technisch überprüft. Die Tests sind notwendig, bevor die Fahrzeuge für weitere Probefahrten auf das öffentliche Schienennetz dürfen. Damit erhält Stadler in Weinfelden künftig einen wichtigen Teil der Produktions- und Prüfabläufe unter einem Dach.
80 neue Stellen für Fachkräfte
Mit dem Neubau entstehen rund 80 zusätzliche Arbeitsplätze. Gesucht werden vor allem Fachkräfte in der Inbetriebsetzung, insbesondere spezialisierte Elektrikerinnen und Elektriker sowie Automatikerinnen und Automatiker. Die Investition stärkt damit nicht nur den Stadler-Standort, sondern bringt auch neue Arbeitsplätze in die Region.
Lucius Gerig, Divisionsleiter Schweiz von Stadler, bezeichnete das Projekt als weiteres Kapitel für das Unternehmen in der Ostschweiz. Dass ein zusätzliches Inbetriebsetzungszentrum benötigt werde, zeige die positive Entwicklung der Schweizer Standorte. Auch die Stadt Weinfelden begrüsst das Vorhaben. Stadtpräsident Simon Wolfer verwies auf die Bedeutung des Unternehmens für die Wertschöpfung im Mittelthurgau. Die Stadt hatte mit dem Verkauf eines Grundstücks den Weg für die geplante Testgleisanlage geebnet.
Die Inbetriebnahme des neuen Zentrums ist für das erste Halbjahr 2028 vorgesehen. Dann sollen in Weinfelden die ersten Schienenfahrzeuge geprüft und für ihren Einsatz vorbereitet werden. ⋌⋌pd/rab